Welche Minimal-Ausstattung?

(Aus Leserbriefen der Ausgabe 1 und 2/86) Seit einem Jahr beschäftige ich mich jetzt mit der Spritzpistole und ihrer Technik – bis heute bin ich mir nicht sicher, welche technischen Voraussetzungen (ich meine Antriebsmöglichkeiten und Pistolen) sozusagen als „Minimal-Ausstattung“ für den Anfänger vernünftig wären.

Aus den Büchern, die ich mir gekauft habe – leider meistens in Englisch – kann ich zwar entnehmen, was man alles anschaffen kann, aber ich denke, dass ich als Einsteiger vielleicht schon mit weniger auskomme. Letztlich ist dies ja auch eine Kostenfrage! Können Sie mir weiterhelfen?

Antwort des Herausgebers:

Sie schneiden da mit wenigen Worten ein recht komplexes Thema an. Es wäre schön, wenn ich genauso kurz antworten könnte. Leider klappt das nicht.

Wichtigstes Kriterium zur Einrichtung eines Airbrush-Arbeitsplatzes ist sicherlich die Beantwortung der Frage nach dem Einsatzbereich. Wenn Sie sich klar darüber sind, welche Arbeiten Sie mit der Spritzpistole ausführen möchten, kann Ihnen auch geholfen werden.

Ich möchte dies an einem Beispiel verdeutlichen: Der von Ihnen angestrebte Einsatzbereich soll sich auf einfache Farbverläufe und Hintergründe für Layouts beschränken. Dafür reicht normalerweise ein kleiner Kompressor (so mit ca. 15 Litern Luft pro Minute) und eine 0,3er-Pistole. Kosten, geschätzt, 150 Euro.

Großflächenplakate, z. B. für Kinowerbung im Format 3 x 5 Meter, verlangen schon einen Kompressor mit mindestens 100 Liter Förderleistung an Luft und eine 0,6-mm Pistole. Die Anschaffungskosten liegen entsprechend höher.

Und wer gar „professionell“ illustrieren möchte, braucht eine Pistole für Gelb, eine für Rot, eine für Grün, eine für…

…eine für jeden Zweck!

Was ich klarmachen möchte: Eine Pauschal-Antwort über die sogenannte „Minimal-Konfiguration“ gibt es nicht. Der beste Tipp, den ich geben kann, ist: Wenden Sie sich vertrauensvoll an einen qualifizierten Fachhändler und lassen Sie sich individuell beraten.

Wer allerdings etwas mehr Zeit hat, den kann ich auf eine unserer nächsten Nummern der Airbrush-Zeitung vertrösten. Dort werden wie eine „Checkliste“ veröffentlichen. Zusammen mit Anwendern und Herstellern erarbeiten wir gerade einen Katalog möglichst aller Einsatzbereiche und ihrer optimalen Gerätebestückung.

Wenn‘s also noch etwas Zeit hätte! Allerdings will ich mich nicht um eine konkrete Antwort herumdrücken. Wer‘s absolut nicht abwarten kann, darf mich gerne anrufen.

2 Responses to Welche Minimal-Ausstattung?

  1. Hallo,
    ich dachte ich versuch es einmal mit einer Frage ;)
    Ich habe noch keine Erfahrungen mit Airbrushen, außer etwas Theorie.
    Ich weiß nicht welche Minimal Ausstattung ich haben sollte.
    Mein Einsatzgebiet sind Modelle bis max 60cmx60cm.
    Diese sollen einfarbig lackiert werden. Eventuell sollten auch mal kleinere Details machbar sein. Allerings werde ich keine Gesichter, Monde, Flammen, etc. kreieren wollen. Metallicfarben sollte sie auf jedenfall vertragen.

    Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn Sie mir kurz schildern können ob meine Vorstellung von (siehe unten) auch in meinem Sinn liegt.

    Kolbenkompressor ohne Öl, 23l/min, Arbeitsdruck 1,7 bar, max Druck 4 bar, Druckminderer, Wasserabscheider, 50 db

    Pistole mit Double-Action und innerer Mischung. Ich weiß nicht ob ich mir eine Pistole für grobe Flächen holen soll und eine für kleine Details oder ob ich das mit Düsenwechsel oder gar unterschiedlicher Luft/Farbe Mischung regeln kann.

    Mfg Florian Dannullis

    • Moin, moin, Florian,

      um Flächen in der von Ihnen gewünschten Größe sauber hinzubekommen, benötigt man mindestens eine Düsenbohrung von 0,4 mm. Außerdem sollte der Farbnapf groß genug sein, damit man nicht dauernd nachfüllen muss. Ich empfehle mindestens 20 ml, mehr schadet nicht. Außerdem würde ich für flächiges Arbeiten einen Kolbenkompressor mit Ölschmierung und einem Arbeitsdruck von 2 bis 6 bar verwenden.

      Für feinere Arbeiten reicht der angegebene Kompressor. Dann würde ich aber eine Düsenbohrung von 0,2 bis 0,3 mm verwenden. Pistolen mit Wechseldüse sind leider ein wenig empfindlich. Manchmal lohnt sich die Anschaffung einer Zweitpistole, man vermeidet damit Reparaturkosten.

      Dass Ihnen die Luft nicht ausgehe
      wünscht C. Michael Mette
      - Herausgeber der Airbrush-Zeitung -

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